Selbstmord von Torwart Robert Enke
12. November 2009
Warum wird der Selbstmord von Torwart Robert Enke mehr bedauert als die tausende Selbstmorde die jährlich von ebenfalls depressiven Menschen begangen werden? Es ist stets bedauerlich, wenn ein Mensch Selbstmord begeht. Im Fall Robert Enke sollte es dabei auch belassen bleiben – dann kommt er noch gut dabei weg.
Den Fakt ist, dass Robert Enke ein egoistischer Lügner und Betrüger war, der nur seinen eigenen Vorteil im Focus hatte. Und der bei seinem geplanten und vorbereiteten Selbstmord billigend in Kauf nahm, dass dadurch sogar unschuldige Menschen in Gefahr geraten und schwere seelische Schäden davon tragen.
Oder glaubt irgendjemand, dass es für einen Lokomotivführer einfach zu verkraften ist, wenn er ohne Schuld einen Selbstmörder, der ihm auf den Schienen locker entgegen kommt, überfährt? Es ist Fakt, dass Menschen, die unverschuldet einen Menschen töten, ein Leben lang schwer darunter leiden und es sogar bei bis zu 80 % auf eine Arbeitsunfähigkeit hinaus läuft.
Wo ist die Anteilnahme der Bundeskanzlerin und der ganzen Prominenten mit dem absolut unschuldigen Lokomotivführer???
Robert Enke hat seine Spielerkollegen, Vereine und Fans jahrelang belogen! Und er hat seine Arbeitsgeber und Versicherungen jahrelang belogen und sogar betrogen! Denn jeder Bundesligaprofi muss vor Unterzeichnung eines Vertrages wahrheitsgemäß angeben, ob er unter irgendwelchen Erkrankungen leidet. Robert Enke, der nach Auskunft seiner Frau seit über 6 Jahren wegen seiner Depressionen in ärztlicher Behandlung war, hat das nicht nur verschwiegen, sondern ausdrücklich bekundet, dass er fit ist – das ist schlicht Betrug gegenüber den Arbeitgebern und den Versicherungen. Ich bin gespannt, ob er in den vergangenen Monaten tatsächlich an einer dubiosen bakteriellen Infektion litt, oder ob das nur vorgeschoben war, um seinen seelischen Zustand zu verschleiern, was dann vermutlich auf einen weiteren Betrug am Arbeitsgeber und Versicherung hinaus laufen würde.
Ganz abgesehen davon, dass er sich mit wissentlich falschen Angaben die Adoption eines Kindes erschlichen hat, indem er gegenüber den Behörden klar gelogen hat!
Robert Enke war nicht der einzige Mensch in Deutschland, der an Depressionen litt, und er ist auch nicht der einzige prominente Sportler. Er war lediglich zu egoistisch und zu eitel sich wegen seiner Krankheit in eine effektive klinische Behandlung zu begeben. Denn er befürchtete, dass er seinen Job verlieren könnte das erhebliche finanzielle Nachteile mit sich bringen würde. Und dafür wird er jetzt bemitleidet?! Ich kann das nicht verstehen. Wie würde man über einen Flugzeugpiloten urteilen, der seine depressive Krankheit verschleiert?
Enke hatte zwar nicht die unmittelbare Verantwortung für die Sicherheit von hunderten Menschen, wie z.B. ein Pilot. Aber er hat als Nationaltorwart bewusst verschleiert, dass er schwer depressiv ist. Wenn Enke bei der Fußball-WM in Südafrika im Endspiel im Tor gestanden hätte, und ein gegnerischer Stürmer auf sein Tor zu läuft, und Enke sich just in diesem Moment auf seine Depressionen besinnt, und anstelle das Tor zu verteidigen lieber hinter das Tor flüchtet – dann möchte ich mal die Millionen deutscher Fußballfans erleben. Ich bezweifele, dass sie dann noch genau so viel Mitleid mit den verschwiegenen Depressionen eines Millionenschweren Fußballprofis gehabt hätten.


